40 offene Sonntage

40 offene Sonntage

Die Orte Kettwig und Werden haben gemeinsam einen Antrag an die Stadt Essen formuliert, die es Ihnen erlauben könnten, an bis zu 40 Sonntagen einen kleinen Teil ihrer Geschäfte geöffnet zu halten. Grundlage ist eine schon Jahrzehnte alte Verordnung der Bezirksregierung in Düsseldorf, die es vielen Orten in NRW grundsätzlich erlaubt, an bis zu 40 Sonn- und Feiertagen zu öffnen (z.B. auch allen Flughäfen). Die eigentliche Genehmigung muss dann die eigene Stadt oder Gemeinde erteilen.

Das ist nur möglich, wenn diese Orte und Ortsteile eine besondere Position haben, wie z.B. Velbert-Neviges als Wallfahrtsort oder Velbert-Langenberg als Bücherstadt. Kettwig und Werden verbindet eine jahrhundertealte Tuchmachertradition, die sich bis heute an Bauten im Stadtbild ablesen lässt, in Kettwig z.B. das Kettwig zeigt sich noch heute in seiner historisch gewachsenen Struktur als ein Epochen bezogenes Ganzes, einer Tuchmachertradition und -industrie.

Noch heute können wir beispielhaft auf folgende Besonderheiten verweisen:

• In den alten Häusern Kettwigs haben die Dächer schräge besonders lichtzugewandte Giebelfenster für die zu Hause arbeitenden Schneider/-innen

• Der historische Pfad Kettwig verweist an vielen Stellen auf seine Tuchmacher Vergangenheit

• Ebenso wie der 1985 begonnene Skulpturenpark, mit u.a.

1. dem Weberbrunnen

2. dem Märchenbrunnen mit Wildschwein und Schneider

3. den Garnspindeln aus Bronze

• schon Ende des 18. Jahrhunderts war Kettwig durch die Tuchmacherei Scheidt sehr bekannt, die u.a. sehr viele griechische Mitarbeiter beschäftigte, deren Nachkommen noch heute in Kettwig zahlreich anzutreffen sind

• Die Scheidt‘sche Tuchfabrik und die Spinnereibetriebe (Tuchfabrik schließt 1962, die Kammgarnspinnerei 1974). Die verbliebenen Gebäude am Ruhrufer sind zu Privatwohnungen umgebaut worden unter Beibehaltung des äußeren Erscheinungsbildes. Dazu gehört auch das Turbinenhaus der Scheidt‘schen Tuchfabriken.

• Villa Scheidt – Die Villa von Gottfried Wilhelm Scheidt (1764–1821) ist eins der wenigen Beispiele klassizistischer Baukunst im Rheinland.

Deshalb haben beide – „Kettwig und Werden – die Tuchmacherstädte an der Ruhr“ nach langen Beratungen, einen solchen Antrag vorbereitet.

Beide Gemeinschaften – KettIN e.V und Werdener Werbering e.V. – versprechen sich von der Möglichkeit jeweils etwa 10 Bekleidungsgeschäfte öffnen zu können, eine dauerhafte Stärkung ihrer Orte, da die Konkurrenz durch Outletcenter und den Online-Handel gerade kleine Standorte schwächt. Da unsere Unternehmen alle Einzelunternehmen sind, trifft die Mehrarbeit in erster Linie die Inhaberinnen und Inhaber.

Es liegt jetzt an den genehmigenden Behörden (Verwaltung und Rat der Stadt Essen) sich dieses Themas anzunehmen und eine Entscheidung zu treffen. Diese Chance gar nicht erst nutzen zu wollen, wollen sich die beiden Vereine von ihren Mitgliedern nicht vorwerfen lassen, weshalb sie jetzt tätig geworden sind. Wir werden Sie hier auf dem Laufenden halten.

Mit freundlicher Genehmigung/ Copyright für das Headerbild by waz.de/ Foto Ulrich von Born